Profil von Ralf Uhlenbrock
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Ein Tic Tac im Ohr, verschluckte Muscheln und Knicklichter, Verstauchungen, Schnitt- und Schürfwunden. Ralf Uhlenbrock aus Drensteinfurt hat in den vergangenen zehn Jahren schon einiges erlebt und gesehen. Jedes Jahr fahren er und andere Malteser in den Sommerferien auf die niederländische Insel Ameland, um dort deutsche Ferienlager sanitätsdienstlich zu betreuen. Auch in diesem Sommer wird er wieder im Auslandseinsatz sein. Inzwischen kümmern sich Malteser des Bistums Münster seit 50 Jahren um Feriengäste auf Ameland. Vor rund 30 Jahren sind zum ersten Mal auch Helfer aus Drensteinfurt auf die Ferieninsel gereist. Dort bauen viele Landwirte jedes Jahr ihre Ställe in Schlafsäale für Kinder- und Jugendgruppen um, die dann Ferien auf dem Bauenhof erleben können. "Jeder Hof hat in der Regel auch eine Spielwiese. Und da passiert es dann beim Spielen und Toben schnell, dass man mit dem Fuß umknickt", berichtet Uhlenbrock. Und dann kommen er und seine Kollegen ins Spiel. Drei Malteser-Teams, bestehend aus acht Personen, verbringen je zwei Wochen auf Ameland. Ab dem 18. Juli gehören die Drensteinfurter Malteser Jürgen Kaiser und Sandra Jungeblut zur Gruppe. Am 1. August werden sie von Ralf Uhlenbrock und Marlon Hecker abgelöst. Alle Helfer haben mindestens eine Sanitäter-Ausbildung. Zudem gehört immer jemand zur Gruppe, der Erfahrungen im pädagogischen Bereich hat. Ein Aufbauteam, zu dem auch drei Drensteinfurter zählten, hat bereits ein Ferienhaus in eine Sanitätsstation mit Behandlungsraum verwandelt, Liegen und Schränken mit Verbandsmaterial aufgestellt. Ein Helfer ist rund um die Uhr im mit einem Bett ausgestatteten Einsatzleiterzimmer erreichbar. Per Klingel oder Telefon. Die Arbeit in der achtköpfigen Gruppe ist klar geregelt. Vier Personen sind 24 Stunden lang im Dienst. Zwei von ihnen arbeiten im Behandlungsraum, assistieren zum Beispiel dem Arzt wochentags bei der Sprechstunde. Ralf Uhlenbrock schätzt diese Arbeit: "Sie macht Spaß und man lernt dort sehr viel. Der Arzt zeigt und erklärt viel und lässt uns viel selber machen." Und auch der Arzt ist dankbar für die Hilfe, etwa beim Übersetzen. Die anderen beiden Helfer übernehmen den Fahrdienst. Manchmal werden sie direkt in ein Ferienlager gerufen, bringen Kranke zum Arzt oder verteilen Medikamente. Zudem sind sie bei großen Sport-, Spielveranstaltungen oder Gottesdiensten vor Ort. Die übrigen vier Helfer haben derweil frei, können also auch ein bisschen Urlaub machen. Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden suchen in der Sanitätsstation Hilfe. "Wir leisten eine qualifizierte Erstversorgung", so Ralf Uhlenbrock. Viele Kinder leiden fernab von Zuhause unter Heimweh und dann schon mal unter "Phantomschmerzen". "Außerdem haben wir die ganze Bandbreite an Sportverletungen: Verstauchungen, Prellungen..." Frakturen gebe es zum Glück nur selten. Im letzten Jahr allerdings habe sich ein Kind gleich beide Arme gebrochen. Schnitt- und Schürfwunden gehören dafür zum Tagesgeschäft. Bei schlimmeren Verletzungen und Erkrankungen wird der Rettungsdienst gerufen, der den Patienten zu einem Arzt oder gegebenenfalls mit einem Rettungsboot in das Krankenhaus auf dem Festland bringt. Das Tic Tac etwa musste ein Arzt wieder aus dem Ohr puhlen.Bisher veröffentlichte Artikel (11):
Vom 14.Aug.2009 Vom 12.Aug.2009 Vom 09.Aug.2009 Vom 06.Aug.2009Gute Stimmung, gutes Wetter und viele Patienten
Vom 03.Aug.2009Teamwechsel und arbeitsreiches Wochenende
Vom 01.Aug.2009 Vom 31.Jul.2009 Vom 26.Jul.2009 Vom 24.Jul.2009bereits viele Hilfeleistungen in den ersten Tagen
Vom 19.Jul.2009 Vom 17.Jul.2009


